Die Firma für Messer und Haushaltswaren in Heilbronn

Die Geschichte unseres Hauses

Bereits 1937 gründete Josef Maurer mit seiner Frau Klara eine Messerschmiede in Heilbronn in der Gerberstraße. Schon ein Jahr später wurde der Betrieb um ein Ladengeschäft erweitert. Auch während der Kriegszeit wurde fast bis zum Schluss versucht, die Schleiferei aufrechterhalten. Nach dem Krieg war Heilbronn fast vollständig zerstört. Mühsam wurde die Werkstatt zu neuem Leben erweckt. 1947 wurde behelfsmäßig im Kohlenkeller der Rosenauschule, anschließend in der Hohe Straße (heutiges Wollhaus) Zwischenstation eingelegt, bis 1954 in der Fleiner Straße mit dem Schleifen und Verkaufen begonnen werden konnte. Stück für Stück wurden Haus und Betrieb vergrößert. Kurz nach dem Krieg wurde Josef Maurer zum Obermeister der Messerschmied-Innung Heilbronn gewählt.

Messer Maurer

Dieses Amt hatte er bis 1965 inne. Während dieser Zeit versuchte er unablässig, die Qualität der Produkte zu verbessern. Speziell Tafelmesserklingen der Heilbronner Firma Bruckmann wollte er, so wie sie waren, nicht verkaufen. Letztendlich einigte man sich auf einen Kompromiss: Josef Maurer lieferte seine eigenen Qualitäts-Messerklingen an Bruckmann, die die Klingen in die Messerhefte einsetzten und das komplette Besteck dann an die Fa. Maurer auslieferte.

Solche Bestecke existieren heute noch: Original Bruckmann-Bestecke mit original Maurer-Klingen. Durch seine enge Verbindung mit Bruckmann war WMF nicht an Maurer interessiert. Nur durch zähe Verhandlungen ist es Josef Maurer gelungen, mit WMF einen namhaften Lieferanten zu gewinnen. Bereits vorher wurde nicht nur Eigenproduktion verkauft, sondern unter anderem auch Zwilling und Dovo Produkte aus Solingen.

Im Jahre 1964 übergab der damalige Seniorchef Josef die Werkstatt an seinen Sohn Klaus, der Jahre zuvor erfolgreich die Meisterprüfung im Messerschmied-Handwerk abgeschlossen hatte. 1965 trat Klaus Maurer in die Fußstapfen seines Vaters und nahm die Wahl zum Obermeister der Heilbronner Messerschmiedinnung an.

1972 erfolgte die Übergabe des Ladengeschäftes. Nun war auch Doris Maurer, die bisher die Buchführung ihres Ehemannes in der Werkstatt professionell erledigte, aktiv am Verkauf beteiligt. Heute ist bereits die dritte Generation im Unternehmen tätig. Sohn Jürgen Maurer, verantwortlich für die Werkstatt, wurde 1982 Bundessieger bei den Messerschmieden. Durch eine Reform im Handwerk wurde der Beruf umbenannt, so dass er erfolgreich die Meisterprüfung des Schneidwerkzeugmechanikers abgelegt hat. In der Zwischenzeit wurden die Heilbronner und Stuttgarter Innungen zusammengelegt. So blieb die Innung handlungsfähig und erfolgreich. 1990 wurde Klaus Maurer Obermeister der Stuttgarter Innung.

Wichtig ist seit jeher die Werkstatt. Hier werden nicht nur Messer und Scheren für den Privathaushalt nachgeschliffen, sondern auch die Industrie hat immer wieder für Erweiterungen gesorgt. Heute können Maschinenmesser bis 3500mm Länge nachgeschliffen werden, Materialien wie Hartmetall oder Keramik werden fachmännisch bearbeitet. Der gute Ruf der Werkstatt ist inzwischen international; so werden regelmäßig Rakelmesser aus den USA zum nachschleifen geschickt, Schweden hat die Firma Maurer ebenso entdeckt wie der afrikanische Kontinent.

Doch auch im Ladengeschäft ist die Zeit nicht stehengeblieben:

Nach einem Großumbau im Jahre 1992 wurde eine eigene Freizeitabteilung im Untergeschoß etabliert. Ob Dart oder Billard, Pfeil und Bogen oder Freie Waffen, eine Riesenauswahl ist garantiert.

Ausgebaut wurde auch die Küchenzubehörabteilung. Profi- und Hobbyköche und -köchinnen schätzen hochwertige Messer und Küchenaccessoires, jeder ist überrascht, wie groß die Auswahl an Keksausstechern ist, die man hier das ganze Jahr und nicht nur zur Weihnachtszeit findet.

In dieser geschäftigen Zeit wurde angefragt, ob Tochter Beate Maurer, die sowohl die Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel, als auch die Ausbilderprüfung mit Erfolg ablegte, nicht die Geschäftsführung des Süddeutschen Stahlwarenhändlerverbandes übernehmen wolle. Von vorneherein war klar, dass der Verband dem politischen Geschehen Rechnung tragen wollte, und ein Bundesverband gegründet werden sollte. Dies war innerhalb kürzester Zeit organisiert. Durch Krankheit des bisherigen Präsidenten des Verbandes übernahm Beate Maurer in Personalunion ab 1997 beide Aufgabenbereiche, Geschäftsführung und Vorstand des BSB (Bundesverband Schneidwaren- und Besteckfachhandel).

Doris Maurer war inzwischen in die Prüferriege der IHK Heilbronn aufgestiegen. Mit großem Organisationstalent und Eifer wurden Betrieb und Ehrenämter unter einen Hut gebracht. Nach über 25 jähriger Prüferarbeit übergab Doris das Amt 2006 an ihre Tochter Beate.